Carbon (Kohlenstoff) – das schwarze Gold – revolutioniert die Produktwelt vieler Branchen. SGL ist ein weltweit führender Hersteller von Produkten aus Carbon und ein wesentlicher Faktor für die Region Augsburg als Entwicklungszentrum für Faserverbundstoffe.
Ort:
SGL Carbon GmbH
Werner-von-Siemensstr. 18
86405 Meitingen
Referent/in/en:
Stefan Holzamer
Geschäftsführer/ Standortleiter/
Personal Gruppe Deutschland

Stefan Holzamer schilderte die Entstehung des Unternehmens von der Gebr. SIEMENS & Co mit der Produktion von Kohlenstoff im Jahre 1878 über die SIGRI GmbH mit der Fusion von Siemens Plania und Höchst AG im Jahr 1985 bis zur SGL Group – The Carbon Company 2007. Dieses in USA Börsen notierte Unternehmen (zu 100% im Streubesitz) mit Werken in EU, NA, Asien und 3 globalen Business Units wurde 2008 unter dem Namen SGL CARBON SE in eine europäische Aktiengesellschaft umgewandelt.

Das Unternehmens-Profil lässt sich in folgende Punkte zusammenfassen:

Einer der weltweit größten Hersteller von Produkten aus Kohlenstoff mit umfassendem Portfolio von Carbon- und Graphitprodukten bis zu Carbonfasern und Verbundwerkstoffen

  • Mehr als 40 Produktionsstandorte weltweit
  • Flächendeckendes Servicenetz in über 100 Ländern
  • Rund 1,6 Mrd. € Umsatz und 190 Mio. € Jahresüberschuss in 2008
  • Head Office in Wiesbaden
  • Annähernd 6.500 Mitarbeiter weltweit
  • MDAX notiert

Über die letzten Jahre verzeichnete SGL ein kontinuierliches Wachstum in Umsatz und Ergebnis. Lediglich 2009 gab es eine kleine Delle (auf 1,6 Milliarden Euro), die aber bereits 2010 wieder ausgeglichen wird.

Die einzigartigen Eigenschaften von Carbon ermöglichen kundenspezifische Lösungen in Hitech und Greentech:

  • Hohe mechanische Stabilität bei sehr hohen Temperaturen bis zu 3000 °C
  • Geringes Gewicht
  • Korrosionsbeständig und chemisch inert
  • Hohe Reinheit
  • Höchste Steifheit und Biegefestigkeit
  • Elektrisch und thermisch leitfähig (variierbar)
  • Gute Selbstschmiereigenschaften

Das führt zu dem Alleinstellungsmerkmal: Carbon – “Wenn andere Materialien versagen“

SGL nutzt seine Material-Kompetenz, um neben den Branchen „Eisen&Stahl sowie Chemie“, neue Wachstumsmärkte zu erschließen: Automobil, Solar, e-Mobility, Luftfahrt, Windkraft und Gebäude-Klimatisierung.

Stefan Holzamer wies auf drei Fundamental-Trends hin, auf die sich SGL einstellt und von zukünftigen Entwicklungen profitieren wird:

  • Steigender Ressourcenbedarf nach “Normalisierung” der Konjunktur
  • Globalisierung vs. Regionalisierung
  • Materialsubstitution & Innovation

Stichworte waren die globale Präsenz, die Umsätze nach Regionen

  • NA 19%,
  • Europa 55%,
  • Asien26%,
  • Materialsubstitution & Innovation
  • Spezialgraphit- Rezepturen für Lithium-Ionen Batterien
  • Graphit-komponenten für die Solarenergie
  • Spezialgraphite für die Halbleiter-Industrie
  • Graphitteile für die Solar-/LED-Produktion),
  • Carbonfaser- Verbundwerkstoffe in der Automobilindustrie
  • Carbonfaser- strukturbauteile für die Luftfahrt- branche
  • Carbonfasern als Verstärkung von Beton/Zement in der Bauwirtschaft
  • Carbonfaser- Prepregs für Rotorblätter in der Windenergie

Laut Stefan Holzamer investiert SGL hauptsächlich in zukunftsträchtige Branchen, weil hier die Wertschöpfungskette am profitabelsten ist und die Unternehmensentwicklung beste Voraussetzungen hat. Forschung und Entwicklung wird demzufolge in Meitingen konzentriert.

Die Investitionen in Grundstücke am Standort Meitingen waren langfristig angelegt, und ist damit auf die zukünftige Entwicklung bestens vorbereitet.

Dies ist auch im Kontext mit dem Innovationspark Augsburg zu sehen. SGL Carbon ist hierbei eine wesentliche Säule. Man wird sich zwar nicht im Innovationspark ansiedeln. Aber die enge Verknüpfung mit den Forschungseinrichtungen (Fraunhofer Institute und DLR) wird SGL, der Wirtschaftsregion Augsburg aber auch KMU´s, die mit Carbon-Anwendungen neue Betätigungsfelder entwickeln werden, neue Impulse geben.

Diesen Aspekt bestätigten die Teilnehmer in der anschließenden Diskussion.

Der Besuch von SGL Carbon begeisterte die Mitglieder des BDS Augsburg und man bedankte sich bei Stefan Holzamer für die Informationen sowie die außergewöhnliche Gastfreundsachaft.

Nach diesem Abend wussten alle, warum Carbon das Schwarze Gold genannt wird.

Herzlichen Dank an Kai Dölzer für die Fotos. [LINK=http://www.fototeam-doelzer.de;;Fototeam Dölzer][IMG=/file/png/1439/o/fototeam_doelzer.png;floatRight]Logo Fototeam Dölzer[/IMG][/LINK]