Die Maschinenfabrik Augsburg Nürnberg kurz MAN steht für Diesel-Motore, für Schiffsmotore, für LKW, für Druckmaschinen etc., also für deutsche Industriegeschichte und Erfindergeist. Sie steht aber auch für erfolgreiches Unternehmertum.

Dies alles wird deutlich, wenn man die Exponate im MAN Museum vor ihrer individuellen Geschichte erklärt bekommt.

Ort:
MAN Museum
Heinrich-von-Buz-Straße 28

86153 Augsburg

Referent/in/en:
Thomas Hauser, Leiter Marketing und Kommunikation MAN Roland Druckmaschinen AG

Marketing bei MAN Roland
Die Medien im Wandel der Zeit

weitere Fotos von René Dittmann folgen in Kürze.

Das MAN Museum bot das optimale Ambiente für den Vortrag über den Vergleich von Kommunikations-Technologien. Die anschließende Bewirtung, für deren herausragende Qualität Stransky und Treutler bürgte, rundete diesen gelungenen Abend optimal ab.

Bevor Thomas Hauser jedoch ins eigentliche Thema einstieg, erläuterte er kurz, dass der MAN Konzern nicht mehr Mutter der MAN Roland AG ist, sondern die Mehrheit verkauft hat. Wir werden sie demnächst an der Börse begrüßen können. Die nun eigenständige Tochter kann sich also im Weltmarkt freier bewegen.

Dieser Weltmarkt wird von drei deutschen Unternehmen dominiert: Heidelberger, MAN Roland und Bauer. Sie stehen für absolute Technologieführerschaft und Qualität in dieser Hihg-Tech Industrie.

MAN Roland entwickelt, produziert und vertreibt weltweit in den beiden Bereichen Rollenoffset und Bogendruck. Die Hauptverwaltung ist in Offenbach am Main, wo auch der Bogendruckbereich zu Hause ist. In Augsburg werden die großen Rollenoffset- Maschinen für Zeitungen produziert, wo man Weltmarktführer ist.

Mit dem Einzug von Computer und Internet prophezeiten Viele das Ende von Druckprodukten wie Büchern sowie Zeitungen und Zeitschriften, also die papierlose Zeit. Das Gegenteil ist inzwischen zu vermelden. Es wird mehr auf Papier gedruckt als je zuvor.

Thomas Hauser belegte dies eindrucksvoll durch neutrale Untersuchungen und Ergebnisse der eigenen Geschäftsentwicklung.

So hat sich die Mediennutzung in den letzten Jahren gravierend verändert, was natürlich auch die Unternehmen gezwungen hat, ihren Medienmix den Bedürfnissen der Verbraucher anzupassen. Video, Audio, Internet oder Datentransfer haben die Kommunikationswege gravierend verändert, weil der Fortschritt der Medien (z.B. Digitalkamera, Handy, Organiser etc.) die Nutzung erweitert hat. Aber die Kernbedürfnisse der Verbraucher hinsichtlich der Inhalte sind gleich geblieben. Das wichtigste ist und bleiben die menschlichen Sinne, die eingesetzt werden, damit man all umfassende Befriedigung erleben kann.

So haben die US-Bürger rund 9 Stunden täglich die diversen Medien wie folgt durchschnittlich genutzt: TV 4 Std 20 Min, Radio 2 Std 40 Min, Internet 32 Min, TZ 28 Min., Buch 20 Min., Spiele 15 Min.

Trotz tot gesagter Druckmedien haben Zeitungen, Zeitschriften und Bücher ihren Markt behalten und werden wahrscheinlich immer ihre Leser finden. Dies hat nicht zuletzt auch etwas mit der umfassenderen Nutzung des Gehirns (Denken, Fühlen) zu tun: Veränderungen der Werbeträger in Deutschland seit 2000: TZ – 11,1 %, Wochenztg. + 9 %, Anzeigenblätter – 4,8 %, Fachzeitschriften – 11,9 %, Kundenzeitschr. – 22 %, TV-Geräteanmeldungen + 4,8 %, Kino – 16,5 %. Publikumszeitschriften haben sich in Deutschland zwischen 1970 und 2005 von 250 auf 850 Titel erhöht. D.h., dort wo die Interessen direkt angesprochen werden, finden sich auch Leser.

Fazit aus allen Untersuchungen ist die Erkenntnis: Neue Medien treten nicht an die Stelle, sondern an die Seite der alten und gewinnen zunehmend Einfluss auch auf diese.

Zwei wichtige Aspekte bei der Betrachtung digitaler Medien sollte man berücksichtigen. 1. Die nächsten Generationen erleben digitale Technik als selbstverständlich. 2. Verbraucher entwickeln sich vom Konsumenten zum Produzenten (Podcasting, Vodcasting, Weblogs etc.). Hierzu lieferte Thomas Hauser eine Reihe von Beispielen.

Interessant bei dieser Entwicklung ist, dass sich beide Bereiche – klassische wie digitale Medien – gegenseitig beeinflussen.

Die frohe Botschaft für KMU`s war, dass mit der Individualisierung der Medienmöglichkeiten die gezielte Ansprach kleinster Zielgruppen bis hin zu Einzelpersonen wirtschaftlich immer interessanter wird. Wichtig hierbei ist, dass man seine Zielgruppen und Zielpersonen genau kennt.

Auf Wunsch der Teilnehmer hat sich der Leiter der Abteilung Events, Christian Seitz, bereit erklärt, die Exponate des MAN Museums zu erläutern. Allein diesen Teil des Abends fanden einige Teilnehmer den Besuch Wert. Die letzten verließen das gemütliche Zusammensein nach 23.00 Uhr.

Beiden Herren sagen wir Dank.