Ort:
Medienzentrum in Lechhausen in der Curt-Frenzel-Straße.
Referent/in/en:
Rainer Bonhorst, Chefredakteur,
Gerd Horseling, Leiter Marketing, Jürgen Mayer, Leiter Logistic Factory, G. Bayer Leiter Vertriebsmarketing

Die Story hinter der Nachricht

Redaktion (Reiner Bonhorst), Marketing (Gerd Horseling), Vertrieb (Jürgen Mayer) und Werbung (G. Bayer), das waren die Themen, die das komplette Team der AZ den Selbständigen aus Schwaben professionell vorstellte.

Reiner Bonhorst , Chefredakteur der größten Abo-Zeitung Bayerns schilderte eindrucksvoll die Quellen der Nachrichten und deren redaktionelle Weiterverarbeitung: Nationale und internationale Presseagenturen, eigene Korrespondenten an den Brennpunkten dieser Welt sowie Redakteure im Verbreitungsgebiet. Die Kunst der täglichen Redaktionsbesprechung liegt in der „richtigen“ Auswahl der Nachrichten und die (AZ)-lesergerechte Aufbereitung. Die Berichterstattung der AZ orientiert sich daran, dass die AZ eine regionale Tageszeitung mit der Ausrichtung auf Schwaben ist. Eine Welt-Nachricht wird in der AZ anders behandelt als in einer überregionalen TZ wie der FAZ oder der Süddeutschen Zeitung oder gar einer Boulevard-Zeitung wie der Bildzeitung.

DieFrage eines Teilnehmers, ob die sogenannten „embedded journalists“ wie sie z.Zt. im Irakkrieg von den USA eingesetzt werden, nicht dem Berufsethos des unabhängigen Journalisten widersprechen, beantwortete Herr Bonhorst: Die Journalisten sind vom US-Militär (als Lehre aus dem Vietnam-Krieg) als exklusive Berichterstatter autorisiert. Sie berichten zwar nach bestem Wissen und Gewissen. Da sie aber nur Ausschnitte zu sehen bekommen, hofft man, dass die Berichterstattung „militär-genehm“ erfolgt. Eine Woche nach dem „BDS Unternehmer-Treff“ lesen wir dann auch in der AZ, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Denn inzwischen sehen diese „embedded“ Journalisten, die andere Seite der Kriegsmedaille und berichten auch über die Greueltaten.

Laut Herrn Bonhorst ist um 19.00 Uhr Redaktionsschluß. Ab diesem Zeitpunkt wird die Zeitung gedruckt und verschickt. Die 19.00 Uhr Ausgabe geht an Leser außerhalb des Verbreitungsgebietes bis z.B. Italien und Österrreich. Nach 19.00 Uhr eintreffende Berichte werden – falls notwendig – ständig aktualisiert. D.h. die Stadtausgabe, als die mit dem kürzesten Vertriebsweg, ist die aktuellste Ausgabe

Gerd Horseling, der in Interviewtechnik auch durch die Veranstaltung führte, wies mit Stolz auf die in den letzten drei Jahren komplette Umstellung auf digitale Verarbeitung hin. Effektiver , schneller und damit kostengünstiger sind die modernen Arbeitsprozesse. So schreiben Redakteure nicht nur ihren Artikel, sondern geben ihn auch druckfertig weiter. Im späteren Rundgang erläuterte er die einzelnen Arbeitsschritte eindrucksvolll.

Jürgen Mayer erstaunte seine Zuhörer durch beeindruckende Daten:
Vom Druck geht die Zeitung über den Versand, über Spediteure und Zusteller zum Leser. Ca. 65 Fahrzeuge sind täglich im Einsatz. 10.000 KM pro Nacht. Die Auslieferung erfolgt an Zusteller bis 5.00 Uhr. Bis zu 150 Tonnen Zeitungsproduktion pro Tag. Die Fahrdienstkoordination arbeitet von 19.00 bis 7.00 Uhr. Es gibt grundsätzlich eine fixe Tourenplanung. 2.400 Zusteller/innen verteilen an die Leser bis 6.30 Uhr. Ein Nachlieferungsdienst an Zusteller erfolgt bis 7.00 Uhr.

Herr Bayer ist dafür verantwortlich, dass die Zahl der Abonnenten wächst oder zumindest stabil bleibt. Denn jährlich verliert die AZ ca 12.000 Abonennten durch Tod, Umzug o.ä. Dies erreicht er durch Maßnahmen wie: Zustellerwettbewerbe, Direkt-Mailings, Umzugsscheckhefte, Standwerbung, Probe-Abo-Anzeigen, LwL (Leser werben Leser)-Anzeigen, LwL-Beilagen.

Nach dieser beeindruckenden Information blieb noch Zeit bis 22.00 Uhr, dem Beginn der Besichtigung, für Speis und Trank aber auch für angeregte Gespräche. Erstmals hat das BDS/DGV-Mitglied Stransky & Treutler in bewährter Weise für das Buffet gesorgt.

Dass die letzten Teilnehmer erst nach 24.oo Uhr das Medienzentrum verließen, zeigt, dass man sich wohlfühlte.