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Mittwoch, 1. Oktober 2008, 18:30 Uhr

Bericht: "Königlich-bayerische Idylle?" - Aus dem Alltag eines Amtsgerichtspräsidenten

Je weniger man mit einem Gericht zu tun hat, um so besser. Aber oft läßt es sich nicht umgehen. Dr. Veh entspricht nicht dem allgemeinen Bild eines trockenen Juristen. In der Schilderung seines Alltags wird er dies mit einem Augenzwinkern beweisen.

Ort:
Hotel Alpenhof
Donauwörtherstr. 233
Augsburg

Referent/in/en:
Dr. Herbert Veh
Präsident des Amtsgerichtes Augsburg


Die Fotos (Doris Engel) lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Dr. Herbert Veh ist seit 01. 04. 2005 Präsident des Amtsgerichts Augsburg. Er ist kein gewöhnlicher Präsident, führt er doch sein „Unternehmen Amtsgericht“ nach ähnlichen Kriterien wie die Zuhörer ihre Unternehmen.

Mit seinen über 400 „Mitarbeitern“ ist das Gericht quasi ein mittleres Unternehmen. 52 Richter aller Fachbereiche, Verwaltungsbeamte und Gerichtsvollzieher wollen zielorientiert geführt, kontrolliert und beurteilt werden, damit die Aufgaben des Gerichts den gesetzlichen Vorgaben entsprechend erfüllt werden.
Da die Mitarbeiterzahl und deren Kompetenz nicht den kurzfristigen Anforderungen des „Marktes“ angepasst werden können, muss der Präsident Einstellung und Ausbildung langfristig einschätzen und steuern.

Er motiviert statt anzuordnen – denn Leistungsbereitschaft erreicht auch er nur durch Anerkennung der Person und ihrer „Erfolge“ – genau wie in der Wirtschaft.

Er bildet und fördert Kompetenz bei seinen Richtern/innen durch konsequente Schulungen im Hinblick auf die langfristigen Anforderungen des Gerichtes. Normalerweise kommen neue Richter/innen direkt nach der Ausbildung, also ohne spezifische Kenntnisse und Erfahrungen im jeweiligen Sachgebiet.

Einzelkämpfer wie im „königlich Bayerischen Amtsgericht“ haben heute keine Chance mehr. Team-Denken ist gefragt. Ein Richter ist zwar in seinen Entscheidungen unabhängig, er ist aber eingebunden in ein richterliches Grundverständnis des Hauses. Dies führt z.B. dazu, dass bestimmte Arten von Fällen verstärkt in Augsburg anhängig werden.

Letztendlich betreibt das Augsburger Amtsgericht gezielte Pressearbeit, damit die Berichterstattung realistisch und sachkundig dargestellt wird.

Dr. Veh schilderte äußerst locker anhand vieler Beispiele, mit welchen Instrumenten und Maßnahmen er in den unterschiedlichen Bereichen die Ziele erreicht. Dass das Amtsgericht Augsburg im Vergleich der Bayerischen Amtsgerichte so hervorragend abschneidet, lässt vermuten, dass er einiges anders und besser macht.

Der Abend begeisterte die Zuhörer. Einige korrigierten ihre Vorstellung eines Gerichts. Manche würden im Fall des Falles besser wissen, wie sie sich verhalten, was sie besser nicht tun. Denn eins betonte Dr. Veh: Die Hauptaufgabe eines Richters, ist es, Urteile zu fällen.

Unser Mitglied die Confisserie Dichtel spendete ein passendes Gastgeschenk: Ein künstlerisch gestalteter moderner Weihnachtsmann als Symbol für Motivation und eine Rute für die Bestrafung.

Wir danken Frau Dichtl auch im Namen von Dr. Veh.


Rolf D. Neuburger

Bilder von der Veranstaltung
  • Christian Dumler, Bernhard Hannemann, Roland Neider
  • Susanne Scholz, Rolf D. Neuburger
  • Carina Wörle, Christian Dumler
  • Frank Dietrich, Klaus Marschall
  • Christian Dumler, Bernhard Hannemann, Roland Neider
  •  Gast, Dr. Herbert Veh (Referent)
  • Helmut Schaefer, Susanne Hander
  • Carina Wörle. Gerhard Lutz
  • Rolf D. Neuburger, Ewald Waldmann
  • Den modern gestalteten Weihnachtsmann stiftete Cafè Dichtl als Geschenk.
Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild(10 Bilder)

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